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Bau einer einfachen Köcherscheide für ein Messer
Da ich für mein Gebrauchsmesser eine passendere Scheide als die des Herstellers haben wollte, war Handarbeit angesagt.
Auch hier ein Hinweis in eigener Sache:
Dies ist mein erster Versuch eine derartige Messerscheide anzufertigen. Ich weise daher absichtlich in der Beschreibung auch auf Probleme hin auf die ich gestoßen bin oder wenn etwas nicht funktioniert hat.
Material:
Starkes und festes Leder für die Scheide.
Ich habe hierbei auf ein Halsstück Blank- oder Vollleder zurückgegriffen welches ich noch da hatte. Das Material ist ca. 3-3,2mm stark, standig (d.h. fest und behält seine Form) und vegetabil (pflanzlich) gegerbt.
Achtung: Es sollte nur vegetabbil gegerbtes Leder verwendet werden, da andere Gerbstoffe den Stahl des Messers angreifen und Rost verursachen können.
Hier noch ein Bild auf dem die originale Scheide zu sehen ist:
Leider sind ein paar Bilder nichts geworden, ich werde aber versuchen die Lücken so gut es geht mit Text zu schliessen.
...und nun: Auf ans Werk!
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Als erstes die Kontur der Klinge und die gewünschte Form der Scheide auf Papier übertragen und ausschneiden. Für die Schablone besser festeres Papier als Pappe verwenden. Pappe knickt zu schnell, mit Papier kann man besser mit die Form ausprobieren, indem man die ausgeschnittene Schablone um das Messer herumlegt.
Die beiden "Stufen" zum Griff hin entstehen dadurch, das der Griff nun mal dicker ist als die Klinge.
Der parallel zum Griff herausstehende Streifen wird später für die Gürtelschlaufe verwendet.
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Danach die Schablone auf das Leder übertragen und ausschneiden.
Auf dem Bild kann man ein paar Hilfslinien erkennen:
1) Markiert wo die Klinge zu Ende ist und der Griff anfängt
2) Die Mitte der Scheide, wo später der Klingenrücken liegt.
Da sich das feste Leder nur relativ schlecht um die Klinge biegen lässt, habe ich dann ein paar "Furchen" in das Leder geschnitten.
4) & 5) jeweils eine halbe Breite des Klingenrückens von der Mittellinie entfernt, beginnend an der Scheidenspitze bis zur Linie 1).
6) & 7) jeweils eine von der Linie 2) ca. 1cm entfernt, beginnend ca. 1cm vom oberen Rand der Scheide bis zur Linie 1) .
Hierfür gibt es ein extra Werkzeug, alternativ geht noch ein Linoleumschneider (kennen vielleicht einige noch aus der Schule) oder man macht das so wie ich von Hand mit einem Cuttermesser.
Tiefe der Furchen ist ca. 1/3 der Lederstärke, die Breite sollte ähnlich der Tiefe sein.
Ich habe diese im ca. 45° Winkel von Hand geschnitten. Dabei aber aufpassen das man nicht zu Tief oder sogar ganz durch das Material schneidet.
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Als nächstes habe ich für die Seite wo später die Schärfe der Klinge sitzt und die Scheide vernäht wird einen weiteren Lederstreifen ausgeschnitten.
Dieser "Keder" dient zum einen dem Schutz der Naht, damit die Schärfe nicht die Naht beschädigt und zum anderen dem Schutz der schärfe, damit diese nicht am Leder abstumpft.
Der Keder wird auf der Aussenseite der Scheidenform und auf der Innenseite der Klingenform angepasst.
Wie man auf den Bildern sehen kann ist der Streifen für die Gürtelschlaufe verschwunden.
Dies liegt daran das ich beim übertragen der Schablone auf das Leder nicht auf die Seite geachtet habe und dummerweise die Schlaufe dadurch nicht auf der Gürtel- sondern auf der Aussenseite gelandet ist.
Dumm gelaufen...
Daher musste ich das anders lösen.
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Also habe ich mir eine separate Gürtelschlaufe geschnitten, diese wird dann halt zweimal mit der Scheide vernäht statt nur einmal.
Erst am oberen Ende der Scheide und zwar so, das sie wieder so absteht wie der Streifen an der Schablone.
Danach wird der Streifen dann umgeklappt und am unteren Ende vernäht.
Damit das ganze nicht so aufträgt, habe ich die Enden dieses Streifens vor dem vernähen abgeschrägt (ausgeschärft).
Des weiteren wurde auch hier eine Furche geschnitten und zwar an der Stelle an der die Schlaufe umklappt.
Die ist weiter unten bei der Seitenaufnahme der fertigen Scheide ganz gut zu erkennen.
Wichtig: daran denken die Gürtelschlaufe VOR dem vernähen der Scheide selber anzunähen ... danach werdet ihr da nicht mehr herankommen!
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Hier ist die Scheide schon fertig vernäht. Was dazwischen passiert ist:
Die Gürtelschlaufe wurde angenäht.
Der Keder wurde einseitig auf das Leder geklebt. Also so wie er weiter oben auf dem Bild zu sehen ist.
Das Leder wurde gründlich gewässert, dadurch wird es relativ geschmeidig und gut formbar.Und diese Form behält es auch nach dem trocknen!
Die Klinge gut einölen, in Klarsichtfolie verpacken, das Leder um die Klinge legen und die endgültige Form der Scheide modellieren.
Ich habe die Scheide einfach mit den Fingern in Form gedrückt und geknetet.
Passt aber z.B. auf eure Fingernägel auf, es sei denn ihr wollt sie als Muster im Leder wiederfinden.
Der Rand der Scheide mit der Naht wird später nach dem nähen und trocknen nachgearbeitet.
Anschliessend habe ich mit einem Kopierrädchen aus dem Schneiderbedarf die Nahtlinie markiert.
Mein Kopierrädchen hat einen Zahnabstand von ca. 4mm, hierdurch ergibt sich dann ein Stichabstand für die Naht mit demselben Abstand.
Nachdem das Ganze etwas angetrocknet ist, habe ich mit einem Dremel und kleinem Bohrer die markierten Stiche durch alle 3 Lagen Leder gebohrt.
(2 Lagen Scheide, 1 Lage Keder)
Das Bohren sollte man vorher an einem Reststück üben, um ein Gefühl für die zu verwendende Drehzahl und den Druck zu bekommen. Das Leder sollte an den Bohrlöchern nicht verbrennen (Drehzahl zu hoch) sonst bekommt ihr Probleme die Nadeln da durchzubekommen.
Danach das Ganze dann per Sattlernaht vernähen und fertig.
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Eine Seitenansicht der fertigen Scheide
Hier sieht man auch wie oben angesprochen die Befestigung der Gürtelschlaufe und die Furche in der Gürtelschlaufe.
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Und die andere Seite
Hier ist gut die 3. Lage des Keders zu erkennen.
Nachdem die ganze Sache durchgetrocknet ist, kann das Leder was an der Naht zuviel ist weggeschnitten und die Nahtseite geschliffen werden.
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Und hier einmal mit Messer.
Das Messer wird nur durch den stramm sitzenden Griff in der Scheide gehalten und rutscht selbst über Kopf nicht heraus.
Für den ersten Versuch: In meinen Augen ganz okay.
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Das war es in diesem Tutorial, Fragen könnt ihr über das Kontaktformular, das Gästebuch oder die Kommentarfunktion stellen.
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