Navigation |
Anmelden |  |
| | Mein erster Pfeil [How To] |
Mein erster selbstgebauter Pfeil
Da ich ja nun mal das basteln nicht lassen kann, habe ich mich mal im Pfeilbau für meinen Bogen versucht.
Schritt 1: Das Internet durchsuchen.
Es finden sich erstaunlich viele Anleitungen bei Google und Videos z.B. bei YouTube. Ich habe erst alles gesammelt, gelesen und mir dann anhand dieser Unterlagen überlegt was und wie ich das machen werde.
Dann habe ich mir Fichtenschäfte, Spitzen und fertig geschnittene Federn bestellt und schon konnte es losgehen.
Die Schäfte liegen in der Spinegruppe 60-65, sollten also zu dem Bogen passen. Andererseits ist mir bewusst, das die gekauften Schäfte oftmals weit neben dem angegebenen Spinewert liegen. Das nehme ich aber in kauf. Die Pfeile werden nummeriert und der am besten fliegende später nachgemessen. Dann kann ich bei eventuellen späteren Bestellungen genau angeben welchen Wert ich haben möchte und beim Händler nachmessen lassen (kostet natürlich Aufpreis).
Wer nicht weiß was es mit dem Spinewert auf sich hat: Ich empfehle google ;-).
Ich habe die Schäfte übrigens in voller Länge (32") bestellt obwohl ich nur 29" (meine Auszugslänge) benötige. Kürzen kann man immer noch ...
Bei den Spitzen habe ich auf schraubbare Spitzen von TopHat zurückgegriffen, da mir dies einfacher erschien als den Schaft anspitzen und die Spitze kleben zu müssen. Die Spitzenform ist "History Point".
Bei den Federn greife ich auf fertig zugeschnittene zurück, da das schneiden der Federn ohne Hilfsmittel nicht ganz einfach ist. Und da ich noch nicht weiß ob ich noch mehr oder öfter Pfeile bauen werde, will ich da zu Anfang kein Geld für die Hilfsmittel ausgeben. Vielleicht bin ich ja nach den ersten Pfeilen auch so frustiert das es gleichzeitig die letzten waren ...
Die verwendete Form ist Raptor in 5" Länge
Die Nocken (die Teile wo die Bogensehne reinkommt ;-) ) werde ich als Selfnock ausführen, das heißt das die Nocke direkt in den Schaft gesägt wird. Plastiknocken will ich auf meinen (mittelalterlichen) Pfeilen nicht haben. Deswegen übrigens auch die Schäfte in voller Länge: Klappt das sägen der Nocke mal nicht, habe ich noch ein paar Versuche, bevor der Schaft zu kurz wird.
Was sonst noch gebraucht wird:
Kleber für die Federn. Hier habe ich für diesen Erstbau auf Sekundenkleber zurückgegriffen. Dies hat den einfachen Grund das ich (noch) kein Befiederungsgerät habe, um die Federn sauber auf den Schaft zu kleben. Also muss ich das von Hand machen und der eigentlich authentischere Hautleim braucht dann doch etwas lange zum abbinden. Allerdings werde ich, so ich weitere Pfeile baue, auf den von mir auch für die Schwertscheiden verwendeten Hasenleim umsteigen. Dann aber auch mit Befiederungsgerät.
Garn für die Wicklung der Federn und Nocke. Hierfür eignet sich zum Beispiel Sternzwirn ziemlich gut, solange er aus natürlichem Material und nicht aus Kunstfasern besteht.
Nochmal Kleber für das tränken der Wicklungen. Hier habe ich leicht verdünnten Holzleim (Ponal) verwendet. Dieser wird gut von dem Zwirn aufgesaugt und wird praktisch unsichtbar. Später wird auch hierfür der Hasenleim Verwendung finden.
Eine Säge für die Nocke. Hier gibt es so einige Vorschläge im Internet zu finden. Ich habe für den ersten Versuch einfach ein Fliesensägeblatt in einer kleinen Bügelsäge verwendet.
Eine Säge zum kürzen des Schaftes wird natürlich ebenfalls benötigt.
Schlüsselfeilen und ein Skalpell oder ähnlich scharfes Messer, sowie eine Schere wären auch nicht schlecht.
Schritt 2: Los geht es ...
Auch hier gilt wieder:
Dies ist mein erster Versuch selber einen Pfeil anzufertigen. Also keine Garantie dafür das das alles so korrekt ist ...
|
Das Material im Überblick:
-Sternzwirn (Ich habe später doch noch schwarzen gefunden und verwendet)
-Pfeilschaft
-1 Leit- oder Cockfeder (farblich abgesetzt)
-2 Hennfedern
-Pfeilspitze
|
|
Diese Bügelsäge habe ich mit einem Fliesensägeblatt ausgestattet und verwendet um damit die nocke zu sägen.
Vorsicht, durch die runde Form sägt das Blatt in jede Richtung. Also keinen seitlichen Druck ausüben oder der Schlitz wird auswandern.
|
|
Schlüsselfeilen zum feinarbeiten der Nocke, und zum abschrägen der Federkiele.
|
|
Das senkrecht eingespannte Schaftende.
Der Lederstreifen dient dazu Abdrücke im Holz zu vermeiden.
Oben auf dem Schaft sieht man schon die Markierung wo die Nocke gesägt werden soll.
ACHTUNG: Die Nocke wird immer senkrecht zum Faserverlauf des Schaftes gesägt, ansonsten kann die Sehne den Schaft spalten!
|
|
Die fertig gesägte Nocke.
Ich habe sie 9mm tief gesägt, das entspricht ca. dem dreifachen Durchmesser meiner Sehne mit Mittenwicklung.
Danach mit Schlüsselfeile und Schleifpapier sauber machen und alle scharfen Kanten entfernen.
|
|
Meine "Hilfsvorrichtung" um den Schaft beim kleben der Federn einzuspannen.
Noch etwas was die Ausrichtung beim folgenden kleben der Federn angeht:
Die Leitfeder (in meinem Fall die dunkler gefärbte) wird senkrecht zur Nocke geklebt. Diese dient als sichtbare Markierung wie herum der Pfeil aufgenockt, also auf den Bogen gelegt wird. Die Leitfeder zeigt dabei nach vorherrschender Vorgehensweise immer vom Bogen weg.
Dabei sollte man noch beachten, das die Maserung des Pfeils auf der Oberseite nach vorne hin ausläuft, also mit diesen flammenähnlichen Spitzen Richtung Pfeilspitze zeigt. Falls der pfeil beim Schuß bricht, tut er dies nach oben weg und nicht nach unten wo unsere Hand ist die den Bogen hält ...
|
|
Die Abstände für die Federn habe ich wie folgt ermittelt:
Einen Papierstreifen einmal gerade um den Schaft wickeln und den umfang des Schaftes markieren. Das ist der etwas dickere, rechte Strich auf dem Papier. Danach den Streifen wieder abwickeln und den Teil der um den Pfeil gewickelt war in drei gleich breite Teile teilen. Das sind die beiden dünneren Striche links. Dann den Streifen noch auf die Breite schneiden in der später die Feder vom Ende des Schaftes entfernt sein soll.
|
|
Verwendet wird der dieser Streifen dann wie links gezeigt.
Um das Nockende des Pfeils wickeln und die 3 Stellen für die Federn markieren. So hat man direkt Den Abstand zum Nockende und die Verteilung der Federn um den Schaft herum markiert.
|
|
So habe ich die Federn aufgeklebt. Zwischen zwei gerade Holzstücke klemmen, gegebenenfalls die zu verklebende Seite des Federkiels noch etwas plan schleifen und dann vorsichtig mit Sekundenkleber bestreichen.
|
|
Ansetzen der Feder auf dem Schaft. Ich habe hinten an der Markierung angesetzt, dann das vordere Ende gerade über dem Schaft ausgerichtet und angedrückt.
|
|
Die geklebten Federn. Vielleicht hätte ich die Federkiele noch etwas dünner schleifen können ...
|
|
Der Pfeil von hinten, auf das Nockende geschaut.
Dafür das ich das frei Hand geklebt habe, sieht das doch gar nicht sooo schlecht aus.
|
|
Als nächstes habe ich vorne jeweils ein paar mm der Grannen von den Federn abgeschnitten, so das nur der Federkiel übrig bleibt. Die freistehenden Ende der Federkiele wurden dann abgeschrägt, damit ich da später auch hochwickeln kann und keine Stufe habe.
Dasselbe wurde auch an den hinteren Enden der Federn gemacht, da auch dort gewickelt wird. |
|
Die fertig gewickelten Federn. Da ich nur 2 Hände habe, konnte ich davon leider keine Bilder machen.
Es gibt aber so einiges an Anschauungsmaterial über google oder bei YouTube zu finden. (z.B. unter Federwicklung oder binding arrows)
Grundsätzlich habe ich vorne vor den Federn angefangen und auf die Federkiele bis zum Anfang der Grannen eng gewickelt. Ab da in weiten Windungen durch die Federn. Hinter den Federn wieder eng die Federkiele herunter. Danach mit einer weiten Windung bis kurz vor die Nocke und dort nochmal eng bis zum Nockboden gewickelt. (Nockboden ist das Ende des Schlitzes im Holz)
|
|
Das ganze nochmal von schräg hinten.
Das wickeln an der Nocke verminder die Gefahr das die relativ dünnen Seitenwände der Nocke wegbrechen oder die Nocke bis weit in den Schaft hinein bricht.
Zusätzlich kann man auch noch die Nocke mit einem Inlay aus Hartholz oder Horn verstärken, aber das probieren ich vielleicht bei späteren Pfeilen aus. Hierfür wird vor dem sägen der Nocke ein Schlitz quer zur späteren Nocke in den Schaft gesägt und dort das Inlay eingeleimt. Wenn das trocken ist, wird das Inlay sauber mit dem Schaft verschliffen, so das es nicht mehr übersteht. Danach kann die Nocke wie oben beschrieben gesägt werden.
|
|
Nach dem wickeln wurden die Wicklungen mit Wasser verdünntem Holzleim (Ponal) eingestrichen. Der Holzleim trocknet transparent weg und fixiert die Wicklungen gegen verrutschen.
|
|
So sieht der fertige Pfeil aus.
Nach dem trocknen des verdünnten Holzleims habe ich den Schaft auf die gewünschte Länge von 29" gekürzt und danach die Schraubspitze aufgeschraubt.
|
|
Die Pfeil spitze im Detail.
Beim aufschrauben der Spitze ist mein größtes Problem festzustellen, ob ich diese wirklich bis zum Anschlag aufgeschraubt habe. Ist dies nicht der Fall, wird beim ersten Treffer auf hartes Material die Spitze nach hinten auf den Schaft gedrückt, reißt dabei das Gewinde weg und bleibt dann bei nächster Gelegenheit beim ziehen des Pfeils im Ziel stecken. Andererseits gilt beim aufschrauben aber auch: Nach ganz fest kommt locker ...
|
|
Befiederung und Nocke im Detail
Wie man sieht, sieht man nichts - mehr von dem verdünnten Holzleim ;-)
|
|
Nochmal die befiederung im Detail.
Ich habe nachträglich die hinteren Enden der Federn geschnitten, da mir die ursprünglichen Spitzen zu weit nach hinten standen. Mit den Fingern ging das noch, aber sobald ich den Schießhandschuh an habe, bin ich mit den Fingern immer in den Federn gelandet. Wobei die neue Form in meinen Augen auch durchaus etwas hat. Und auff die Flugeigenschaften sollte sich das nicht großartig auswirken.
Zum schneiden habe ich übrigens eine Haarschneideschere verwendet, damit klappt das erstaunlich gut.
Apropos Flugeigenschaften: Auf kurze Entfernungen fliegt der Pfeil ziemlich gut, längere muss ich noch testen ...
|
Das war es in diesem Tutorial, Fragen könnt ihr über das Kontaktformular, das Gästebuch oder die Kommentarfunktion stellen. | |
am 23.09.2010 08:21
Ich bin begeistert darüber, wie viel Arbeit Du dir immer machst. Das Ergebins kann sich sicher sehen lassen.
Fazit: Im Dunkeln einen weiten Bogen um Volker machen. Die Pfeile fliegen bestimmt weit. :D |
Bitte einloggen, um einen Kommentar zu schreiben.
|
|
Die Bewertung ist nur für Mitglieder verfügbar.
Bitte logge Dich ein oder registriere Dich, um abzustimmen.
Keine Bewertung eingesandt.
|
|
Termine & Events |
Heute:
- 17.05. - 20.05. Bogenschützentreffen Neubrunn
Vom 17.05. bis zum 20.05. findet in Neubrunn das 12 Treffen der Bogenschützen statt. Ich überlege noch, ob ich dort mit von der Partie sein werde ...
Weitere...:
|